
„Ein Schock aus heiterem Himmel“, so bezeichnete Gerhard Weis, Betriebsrat bei Mann + Hummel, die Ankündigung der Unternehmensführung, das Werk Speyer bis 2028 zu schließen. Für viele sei eine Welt zusammengebrochen“. Betroffen sind 654 Arbeitsplätze, die ersatzlos gestrichen werden sollen. Bei der Maikundgebung in der Walderholung gab es entsprechend sehr vehement vorgetragene Solidaritätsbekundungen:

Yves Geiger, Stadtverbandsvorsitzender des DGB und Stellvertreter Axel Elfert kündigten an, für die Rechte der ArbeitnehmerInnen zu kämpfen. Elfert schlug den Einsatz eines „Solidaritätswagens“ beim Brezelfestumzug vor. Steffen Gollinger, Betriebsratsvorsitzender der Pfalz Flugzeugwerke (PFW), bezeichnete die geplante Schließung als „Schweinerei, die Folgen haben muss“. „Wir werden mit euch auf die Straße gehen“, so Mann + Hummel Betriebsrat Thomas Feßler. Diakonie Landespfarrer Albrecht Bähr rief am Ende zum Schulterschluss auf: „Gewerkschaften und Kirchen sind untrennbar verbunden“.
Hermann Preis, der 1964 als Auszubildender bei der damals noch Filter und Apparatebau (FILAP) genannten Firma begonnen hatte, schilderte emotional die Situation: „Ich habe eine solche Entwicklung nicht für möglich gehalten“.

Wie wichtig gewerkschaftliches Engagement ist wird angesichts der ausschließlich auf Gewinn ausgerichteten Unternehmensführungen – nicht nur bei Mann + Hummel – mehr als deutlich. „75 Jahre Pure Innovation“, so der Titel der Festschrift im Jahre 2016, in der es auf Seite 197 heißt: „Neben der Bereitschaft zu Neuem sind es aber auch tradierte Werte und Prinzipien, die ebenfalls großen Anteil an der Entwicklung des Unternehmens haben und auch in Zukunft haben werden. Etwa die auf den humanistischen Idealen von Adolf Mann und Dr. Erich Hummel basierende Maxime, dass das Unternehmen für die Menschen da sein soll – und nicht umgekehrt.“ Viel zu spüren ist davon 10 Jahre später nicht mehr.

Als Bündnis-Grüne haben auch wir die Aufgabe, unsere Solidarität mit den ArbeitnehmerInnen von Mann + Hummel zu bekunden. Dabei geht es nicht nur um die Schließung des Werkes und die Kritik an der fehlenden Beteiligung der Angestellten, die in die Unternehmensentscheidung nicht einbezogen worden sind. Es geht grundsätzlich um die Rechte von ArbeitnehmerInnen und unser zivilgesellschaftliches Engagement.