Landtagswahl 2021: Klimawandel und Wald

Das war das heißeste Jahr in Rheinland-Pfalz! Klimaveränderungen, regionale Hitzephasen zeichnen sich ab und die Anzeichen eines Klimawandels werden deutlich. Unser Handeln verstärkt den Klimawandel, der Klimawandel muss unser Handeln verändern. Eine Klimaanlage für den nächsten Sommer in den eigenen vier Wänden ist nur eine Bekämpfung der Symptome, ohne dabei an die Ursachen zu gehen. Eine wissenschaftliche Botschaft und ein Appell zu klimaschonenderem Handeln sind notwendig. Die zunehmend deutlichen Botschaften haben bislang nicht zu Verhaltensänderungen geführt. Wir sorgen für die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen.  Die „natürliche Klimaanlage“ in Speyer sind, neben der Frischluftschneise Rhein, der Speyerer Stadtwald.

  • ANNE SPIEGEL: „Wir leben hier in der Oberrheinebene in der wärmsten und sonnigsten Region Deutschlands. Nach dem dritten Dürresommer in Folge sehen wir hier auch bei uns ganz besonders deutlich, dass die Klimakrise mit aller Wucht bei uns angekommen ist.“

Klimawandel in Speyer

Ein neuer Hitzerekord vor Ort. Kein gutes Zeichen für Speyer! Wir GRÜNE in Speyer sind für klimasensible Entscheidungen im Stadtrat, klimabewusstes Handeln der Mitbürger*innen, klimaneutrale Mobilität und klimaförderliche städtebauliche Veränderungen (beispielsweise die Begrünung des Postplatzes, die Renaturierung des Speyerbachs, die Bepflanzung von Vorgärten, die Sicherung von Frischluftschneisen und er Schutz des Stadtwalds als kühlender Regulator des Stadtklimas).

  • ANNE SPIEGEL: „Das trifft die Menschen, die Umwelt, die Artenvielfalt, die Landwirtschaft und den Wald. Klimaschutz und Klimaanpassung sind zentrale Zukunftsaufgaben für die Landespolitik und für unsere Zukunft hier in Speyer und im Wahlkreis.“

Wir müssen uns im Spannungsfeld von Agieren und Reagieren verantwortungsvoll bewegen, das Thema nicht hysterisch, sondern besonnen angehen. Nicht mit einfachen Antworten, sondern mit mehrschichtigen Diskursen. Nicht diktiert, sondern gemeinsam gestaltet. Dabei haben wir keine Zeit mehr zu verlieren. Für ein grünes, klimafreundliches Speyer

Zwischen Stadtgrün und Schottergärten

Vor dem Hintergrund der Folgen des Klimawandels wird sich unser Stadtklima weiter deutlich verändern. Zwischen Wald und Innenstadt sind Temperaturdifferenzen in Hitzeperioden von bis zu 8 Grad Celsius messbar. Der Schattenwurf und die Transpirationsleistung der Stadtbäume helfen uns in solchen Heißphasen die Lufttemperatur herab zu kühlen. Daneben sind Stadtbäume Luftfilter, Lärmschutz, Rückzugsraum für Tier- und Pflanzenarten und heben den Wohnkomfort in den Städten. Wir brauchen mehr Bäume: alt, einheimisch, großkronig und flächendeckend. Wir streben an, das Stadtgrün von Speyer im öffentlichen und privaten Bereich quantitativ und qualitativ deutlich zu verbessern.

  • ANNE SPIEGEL: „Wir brauchen unsere Grünflächen und Grünkorridore in der Stadt auch gegen die Hitze im Sommer und für frische Luft.“

Wir fordern ein Gesamtkonzept für die Entwicklung unserer Stadt als grüne Oase inmitten des Klimahotspots Oberrheinebene an. Dies erfordert ein städtebauliches Umdenken, neue Verkehrskonzepte und eine andere Sicht auf die Entwicklung der innerstädtischen Freiflächen. Die Stadt soll auf ihren eigenen Flächen Vorbild sein und Privateigentümer beraten, was Jede*r dazu beitragen kann für ein besseres Stadtklima zu sorgen.  

Der Speyerer Stadtwald 

Wald ist mehr als die Summe seiner Bäume. Er ist ein komplexes System, das für den Menschen und seine Umwelt zahlreiche Wohlfahrtsleistungen erbringt. Der Speyerer Stadtwald ist lokaler Klimaschutzwald, sorgt für Frischluftzufuhr bis tief in die Stadt hinein, ist Grundwasserspeicher und Filter zugleich, speichert das Klimagas CO2 in Form von gebundenem Kohlenstoff, ist Rückzugsraum für sehr seltene Tier- und Pflanzenarten, beinhaltet kulturhistorisch wertvolle Bodendenkmale und trägt zu unserer Gesunderhaltung maßgeblich bei.

  • ANNE SPIEGEL: Für eine gute Zukunft brauchen wir ein intaktes Klima, sauberes Wasser, gute Luft, gesunde Böden, Bienen, und Schmetterlinge, naturbelassene Landschaften und Wasserläufe, eine nachhaltige Bewirtschaftung von Feldern, Wäldern und Wiesen. Deshalb müssen wir die wertvollen Schutzgebiete in den Auwäldern am Rhein und im Speyerer Wald bewahren und weiterentwickeln.“

Wir fordern eine neue Wertschätzung für die positiven Leistungen des Waldes ein, der nicht länger als Wirtschaftsbetrieb und Rohstofflieferant von Holz gesehen wird. Der Wald ist zunächst Opfer des Klimawandels und gleichzeitig Helfer bei der Bewältigung der Folgen. Wir müssen den Patienten schonender behandeln, um seine Widerstandskraft zu stärken und ihn als Partner für die großen Herausforderungen entwickeln.  

Aktuelle Situation im Stadtwald

Seit einigen Jahren kritisieren wir Grüne die gnadenlose Übernutzung unseres Stadtwaldes, der den Bürger*innen von Speyer gehört. Über ein Vierteljahrhundert hinweg erfolgten Übernutzungen in einer Größenordnung von 125 % gegenüber dem nachhaltig möglichen Hiebsatz. Ein derart destabilisierter Wald kann zum leichten Opfer der Folgen des Klimawandels werden.

  • ANNE SPIEGEL: Für eine gute Zukunft brauchen wir eine nachhaltige Bewirtschaftung von Feldern, Wäldern und Wiesen.“

Wir fordern einen sofortigen Paradigmenwechsel bei der Behandlung des Stadtwaldes, einen unmittelbaren Einschlagsstopp und ein langfristiges Konzept zur In-Wert-Setzung des Stadtwaldes als Klimaschutzwald, Artenschutzwald, Wasserschutzwald und Erholungswald.

Hier findest du weitere Informationen zur Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2021: LANDTAGSWAHL 2021 | gruene-rlp.de (gruene-rlp.de)

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