Pressemitteilung

Öffentlichkeitswirksame Crowdfunding-Show der Stadt Speyer „Bäume für Speyer“

Die Stadt Speyer und die Stadtwerke (SWS) haben ein wohlwollend klingendes Crowdfunding-Projekt „Bäume für Speyer“ gestartet, bei dem Speyerer Bürger*innen für eine vermeintlich gute Sache in den Gelbeutel greifen sollen und Baumpatenschaften übernehmen. „Mehr Grün für Speyer“ ist das Motto der Initiative, die uns allen vormachen soll, die Stadt meine es ernst mit dem Schutz von Klima und Biodiversität.

Weit gefehlt – es ist die gleiche Stadt, die jedes Jahr in ihrem Stadtwald etwa 8.000 Bäume fällen lässt. Kaum irgendwo in Deutschland werden die Holzvorräte im Wald so geplündert wie im Speyerer Stadtwald und im Bürgerhospitalwald. Weniger als die Hälfte der Holzmenge pro Hektar Waldfläche gegenüber dem bundesweiten Vergleich sind in unserem Wald gerade noch vorhanden. Auch innerhalb der Stadt schwinden nach und nach Freiflächen, die geeignet wären das Stadtklima zu verbessern. Bäume, die keine wirkliche Gefährdung darstellen, werden gefällt. An anderer Stelle pflanzt man exotische Baumarten, die eine geringere Blattmasse mit geringem Schattenwurf bei Hitzetagen, eine geringere Transpirationsleistung und damit einen geringeren Kühlungseffekt erbringen.

Wie verräterisch das von der Stadt veröffentlichte Foto zur Crowdfunding-Aktion. Viele Hände halten einen Baum, der lediglich dem Ideal der Stadtreinigung entspricht – kleine Krone, eine Züchtung mit pyramidenförmigem Wuchs, die im Herbst möglichst wenig Blätter auf den Asphalt werfen soll. In den Pflanzlisten der Stadtgärtnerei erscheinen so gut wie keine heimischen Baumarten.

Wir brauchen keine öffentlichkeitswirksame Crowdfunding-Show der Stadt und der Oberbürgermeisterin Seiler, sondern einen ehrlichen Paradigmenwechsel im Umgang mit Klima und Artensterben. Es hätte vermutlich genügt, die Umweltdezernentin Münch-Weinmann zu befragen und miteinzubeziehen, die eine GRÜNE Wende aus einer völlig verfehlten Umweltpolitik der Stadt voranbringen will und auch fachlich beherrscht.

6.12.20 (vz)

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